Außergerichtliche Lösungen durch Schuldnerberater

Schuldnerberatungsstellen erfüllen eine wichtige Aufgabe. Sie helfen verschuldeten oder überschuldeten Verbrauchern, einen Weg aus der finanziellen Misere zu finden. Dazu bedarf es einer Mischung aus wirtschaftlicher, juristischer und psychologischer Beratung. Ein wichtiger Moment ist die Insolvenzberatung, die dem Schuldner helfen soll, sich auf gerichtlich geregelten Weg mittels Restschuldbefreiung einen „Fresh-Start“ zu erarbeiten. Hier wird vom Gesetzgeber bzw. Richter eine Bescheinigung über die Erfolglosigkeit des vorgeschriebenen außergerichtlichen Einigungsversuchs mit den Gläubigern im Rahmen eines Verbraucherinsolvenzverfahrens verlangt.

Dazu bedarf es einer „staatlichen Anerkennung“. Diese bezieht sich allerdings nur auf die Berechtigung zur Ausstellung dieser Bescheinigung. Der Begriff „Schuldnerberater“ ist nicht geschützt, es gibt keine anerkannte Voraussetzung für die Schuldnerberatungsstellen. Wer googelt, sieht eine Vielzahl „kommerzieller“ Anbieter, die eine Überschuldungssituation in Deutschland mit rund zehn Millionen Betroffenen für sich nutzt. Dennoch gilt: Schuldnerberatungsstellen – eingesetzt durch Kirchen, Kommunen und Wohlfahrtsverbände – erfüllen eine wichtige Aufgabe.

Nicht alles seriös

Wie wichtig diese ist, zeigt eine Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Deren Ergebnisse beruhen auf Angaben von 528 der insgesamt rund 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu rund 127.000 beratenen Personen. Die Teilnahme an dieser Statistik ist sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig. Die gemeldeten Daten wurden auf die Grundgesamtheit aller durch Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen hochgerechnet.

Von den circa 260.000 Beratungsfällen, die im Jahr 2017 von Schuldnerberatungsstellen in Deutschland abgeschlossen wurden, konnte in jedem fünften Fall (20 %) eine außergerichtliche Regulierung der Schuldensituation erreicht werden. Im Falle einer außergerichtlichen Regulierung gelingt es dem Schuldner, unterstützt oder vertreten durch eine Schuldnerberatungsstelle, sich mit den Gläubigern auf einen Modus der Schuldenbereinigung zu einigen. Dies kann in Form einer Stundung, Reduzierung oder dem gänzlichen Fallenlassen der Forderungen geschehen. Hierdurch wird der für beide Seiten häufig aufwändige Gang vor Gericht vermieden.

Schuldnerberater entlasten Gerichte

In gut der Hälfte der beendeten Beratungsverfahren erfolgte im Jahr 2017 eine gerichtliche Regulierung der Schulden. Dabei dominierten mit 44 % die Verbraucherinsolvenzverfahren. Im Zuge eines Regelinsolvenzverfahrens, welches bei Selbstständigen zur Anwendung kommt, wurden 6 % der Fälle abgeschlossen und 2 % wurden anhand eines gerichtlichen Schuldenbereinigungsplans geregelt. In einigen Fällen waren die Bemühungen der Schuldnerberatungsstellen allerdings auch nicht erfolgreich. So endeten 23 % der im Jahr 2017 beendeten Beratungen mit einem Abbruch entweder durch den Beratenen oder den Berater. In 5 % der Fälle wurden die Klienten an eine andere Beratungsstelle weitervermittelt. Dies muss allerdings nicht zwangsläufig einen negativen Grund haben. Beispielsweise kann auch ein Umzug der beratenen Person hierfür ursächlich sein.

Jede fünfte Beratung mit Gläubigern erfolgreich

Die folgende Statistik gibt die Zahlen wider:

Übrigens sind bereits die ersten Online-Schuldnerberatungsstellen ins Netz gegangen. Das ist nicht nur dem Zeitgeist und der Digitalisierung geschuldet, sondern dem starken Andrang, der oft lange Wartezeiten für die Beratung notwendig macht.

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