Trotz Entspannung der wirtschaftlichen Lage: Zahlungsausfallrisiko bleibt bestehen

Aktuelle Situation

Die mittelständischen Unternehmen machen aktuell weitgehend positive Erfahrungen mit der Zahlungsweise ihrer Kunden und können mit weniger Zielüberschreitungen rechnen: So verbesserte sich der Creditreform DRD-Index, der Entwicklungen im Zahlungsverhalten anhand regelmäßiger Unternehmensbefragungen und Auswertungen des Creditreform Debitorenregisters (DRD) in einem Indikator zusammenfasst, gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Zähler auf 64,6 von 100 möglichen Punkten. Mittelständische Unternehmen bewerten die Zahlungsmoral ihrer Kunden derzeit mit besseren Noten als vor Jahresfrist und berichten von weniger Zahlungsverzögerungen. Der mit der Rechnungssumme gewichtete Zahlungsverzug sank im ersten Quartal 2010 auf 13,10 Tage (Vorjahr: 13,40 Tage).
Effektives Forderungs- und Mahnwesen zur Sicherung der eigenen Liquiditätslage

Zu der momentanen Entspannung im Zahlungsverkehr führt neben der verbesserte Wirtschaftslage insbesondere das effektive Forderungsmanagement vieler Unternehmen, denn die Leistungserbringer achten aktuell mit erhöhtem Risikobewusstsein auf die Bonität ihrer Debitoren. Die größte Wirtschaftskrise seit 60 Jahren hat jedoch auch deutliche Spuren in der Eigenfinanzierungskraft vieler deutscher Unternehmen hinterlassen: So sind die Erträge noch niedrig, die Rücklagen geschrumpft, und eine Fremdfinanzierung ist meist unausweichlich. Der Lieferantenkredit gewinnt vor diesem Hintergrund mehr und mehr an Bedeutung und macht ein weiterhin verstärktes Risikobewusstsein in der Kreditvergabe der Unternehmen untereinander erforderlich. Denn ein nennenswerter Teil des Mittelstandes ist nach wie vor von Forderungsverlusten betroffen – da die Insolvenzzahlen auch 2010 auf einem hohen Niveau bleiben, wird sich das Risiko von Zahlungsausfällen in der kommenden Zeit auch kaum vermindern.
Analyse des Zahlungsverhaltens ermöglicht die Früherkennung von Negativentwicklungen

Zur Einschätzung der Liquiditätslage eines Unternehmens liefert die Analyse des Zahlungsverhaltens wichtige Hinweise und unterstützt damit die Früherkennung von finanz- und betriebswirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im Kehrschluss zählt das Zahlungsverhalten der Kunden ebenso zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Liquiditäts- und Finanzsituation kleiner und mittlerer Unternehmen. Denn häufen sich nicht oder zu spät beglichene Rechnungen oder wird der Schuldner gar zahlungsunfähig, können Betriebe ohne ausreichende Rücklagen schnell selbst in Liquiditätsnöte geraten – ein Dominoeffekt ist die Folge. Nicht zuletzt ist ein akuter Liquiditätsengpass in vier von fünf Fällen der Hauptgrund für eine Insolvenzmeldung.

Fallbeispiel zur Zahlungsweise

Fallbeispiel: Zahlungsweise eines Debitors – DRD als ein Frühwarnindikator zur Steuerung des Debitorenmanagements
Debitorenregister Deutschland liefert Informationen zum Zahlungsverhalten von Unternehmen

Mit den Daten des Creditreform Debitorenregisters Deutschland von Creditreform (DRD) werden Veränderungen im Zahlungsverhalten erfasst und so die Früherkennung drohender Negativentwicklungen wie Insolvenzen und Zahlungsausfälle ermöglicht.

Das Debitorenregister Deutschland dient zur Bewertung der Zahlungsweise von Unternehmen und basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Annähernd 90 Millionen Zahlungsbelege über rund 1,9 Millionen Debitoren liegen aktuell im Debitorenregister Deutschland vor. Der Nutzen des Pools für alle Teilnehmer steigt mit der Zahl der teilnehmenden Unternehmen und somit der zur Verfügung stehenden Informationsmenge, die in das System einfließt.
Die Teilnahme am Debitorenregister Deutschland ist anonym und rechtskonform (gutachterlich bestätigt). Alle Teilnehmerdaten werden gemäß den Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes anonymisiert verarbeitet und ausschließlich für den erklärten Zweck verwendet. Die Anbindung an das Debitorenregister wird kostenfrei durch Creditreform Experten unterstützt.

Quelle: Creditreform DRD-Index, Frühjahr 2010
Weitere Informationen zum Debitorenregister Deutschland erhalten Sie bei:

Janine Stappen,
Telefon: (0 21 31) 109-51 05
j.stappen@verband.creditreform.de

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