Erstmals negativer Basiszinssatz und was das für Gläubiger bedeutet

Erstmals negativer Basiszinssatz und was das für Gläubiger bedeutet

Die deutsche Wirtschaft erlebt im Hinblick auf den Basiszins eine Premiere. Denn erstmals gilt seit dem Jahresbeginn ein negativer Basiszinssatz. Dieser liegt bei -0,13 Prozent (zuvor: 0,12 Prozent). Creditreform weist darauf hin, dass damit auch Veränderungen bei den Verzugskosten eintreten. Schließlich ist der aktuelle Basiszinssatz das Fundament zur Errechnung von Verzugszinsen, die den gesamten Inkasso-Bereich betreffen. Säumige Zahler, denen Verzugsschaden in Rechnung gestellt wird, haben nun weniger zu befürchten.

Konkret bedeutet das: Seit dem 1. Januar 2013 sind für B2C-Geschäfte 4,87 Prozent Verzugszinsen gültig, für B2B-Geschäfte 7,87 Prozent. Die Refinanzierung durch bewusstes Ausdehnen des Lieferantenkredites ist somit oftmals günstiger als die Aufnahme eines Bankkredites; besonders für Unternehmen mit einer angespannten Liquiditätslage bietet sich so eine Ausweichstrategie, gegen die der Gläubiger gewappnet sein muss. Vor diesem Hintergrund sollten Gläubiger auf rechtzeitiges Mahnen achten sowie bei Missachtung dieser durch den Kunden zeitnah ein Inkassounternehmen beauftragen. Der Basiszinssatz wird erneut im Juli festgesetzt (immer zwei Mal pro Jahr) und ist an dem Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank angelehnt. Dieser liegt momentan bei einem Tiefstand von 0,75 Prozent, wodurch erstmalig ein negativer Basiszins entstanden ist.

Die konkreten Auswirkungen eines negativen Basiszinssatzes können heute noch nicht vollständig formuliert werden, da vor dem Hintergrund des erstmaligen Eintreffens dieses negativen Prozentsatzes auf keinerlei Erfahrungen und/ oder Rechtsprechungen zurückgegriffen werden kann. Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247 Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäß § 247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger. Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, § 288 Absatz 1 Satz 2 BGB.

Der Festzinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank am 28. Dezember 2012 beträgt 0,75 %. Er ist seit dem für die letzte Änderung des Basiszinssatzes maßgeblichen Zeitpunkt am 1. Juli 2012 um 0,25 Prozentpunkte gefallen (der Festzinssatz der letzten Hauptrefinanzierungsoperation im Juni 2012 hat 1,00 % betragen), teilt die Deutsche Bundesbank mit.

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