Inkasso heißt Verantwortung

Die zunehmende Verschuldung ist hierzulande seit Jahren ein drängendes Thema. Doch was bedeuten die unzähligen Kaufanreize und Null-Prozent-Finanzierungen für die Spezialisten von Creditreform? Ein Blick hinter die Kulissen.

Wenn Udo Brückner die Angebote mancher Einzel- oder auch Versandhändler studiert, weiß er, dass ihm die Arbeit so rasch nicht ausgehen wird. Einerseits locken Möbelanbieter mit zweistelligen Rabatten und „Null-Prozent-Finanzierungen“. Andererseits versprechen Elektronikverkäufer „Cashback“ oder „Direktabzug an der Kasse“. „Da sind Zahlungsprobleme programmiert. Viele dieser Fälle landen dann auf unseren Schreibtischen“, weiß Brückner. Er ist „Produktmanager Inkasso“ bei der Creditreform Gruppe. Für gut 70.000 Kunden versuchen die Mitarbeiter von Creditreform Forderungen durchzusetzen. Der Kundenkreis erstreckt sich vom Handwerker über Kreditinstitute, Handels- und Dienstleistungsunternehmen bis hin zu Kommunen und deren selbstständigen Regiebetrieben. Damit ist das Unternehmen die Nummer eins in Deutschland. Kein Mitbewerber hat mehr Auftraggeber, insbesondere im Geschäft mit Firmenkunden.

Von den vielen Milliarden Euro Forderungen, die Creditreform betreut, richten sich knapp 30 Prozent gegen Firmen; der Rest entfällt auf Privatpersonen. Da gibt es Schuldner, die seit Monaten keine Telefonrechnungen bezahlt haben. Andere haben Kredite nicht wie vereinbart bedient oder Rechnungen von Onlinehändlern, Möbelläden oder Energieversorgern nicht beglichen. „Verbraucher in Deutschland erhalten jeden Tag bis zu 200 Konsumanreize. Da können viele, die es sich eigentlich nicht leisten können, mitunter schwer widerstehen“, beobachtet Brückner. Ein Treiber und gleichzeitig eine besonders betroffene Branche ist Brückner zufolge der E-Commerce. Nach Zahlen von Creditreform sind hierzulande mehr als sechs Millionen Menschen so stark verschuldet, dass sie aus dieser Misere ohne fremde Hilfe nicht rauskommen. Und im letzten Jahr kamen 90.000 neue Fälle hinzu. Angestoßen wird diese Entwicklung häufig durch persönliche Schicksalsschläge wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung.

Dabei ist es gemessen an früheren Jahren derzeit vergleichsweise ruhig an der Verschuldungsfront. Die florierende Konjunktur und die gute Beschäftigungssituation sorgen dafür, dass die Verbraucher mehr Geld in der Tasche haben. „Gefährdet sind vor allem junge Berufseinsteiger, die über ihre Verhältnisse leben, und immer häufiger auch Senioren, deren Rente nicht reicht. Altersarmut droht eine große gesellschaftspolitische Herausforderung in Deutschland zu werden“, so Brückner.

Starkes Signal an Schuldner

Die Gläubiger kümmern sich immer seltener selbst darum, dass Rechnungen, die nach der ersten oder zweiten Mahnung noch offen sind, beglichen werden. Lieber konzentrieren sie sich auf ihr Kerngeschäft und übertragen das Forderungsmanagement an Inkassounternehmen wie Creditreform. Das ist für sie häufig wirtschaftlicher. Üblicherweise sind etwa 95 Prozent aller Rechnungen nach der zweiten Mahnung bezahlt. Den Rest einzutreiben, verursacht einen vergleichsweise hohen Aufwand und ist oft mit Ärger und Frust verbunden. Obendrein können Gläubiger die externen Kosten einer Inkassofirma dem Schuldner als Verzugsschaden in Rechnung stellen – die Kosten der internen Abwicklung nicht. „Mit der Beauftragung eines Inkassodienstleisters zeigt eine Firma säumigen Kunden deutlich, dass ihr die Bezahlung ihrer Leistung wichtig ist. Dies erhöht die Zahlungsmotivation beim Schuldner“, weiß Brückner.

 

Autor: Stefan Weber

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